KI im Unternehmen Calvin Hollywood Interview

KI im Unternehmen: Calvin Hollywood über Tools und Fehler

KI im Unternehmen einzusetzen klingt für viele Geschäftsführer noch nach großem Aufwand. Calvin Hollywood zeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Er arbeitet täglich mit Claude und hat sich damit sogar eine eigene Chrome-Erweiterung gebaut, ohne jemals programmieren gelernt zu haben. Im Interview erklärt er, warum Unternehmen lieber ein Tool wirklich beherrschen sollten, statt jedem Trend hinterherzulaufen, welche Fehler er beim Einstieg immer wieder beobachtet und wie er die Rolle von Mitarbeitenden in einigen Jahren sieht. Wie relevant das Thema für den deutschen Mittelstand bereits ist, zeigt auch der aktuelle Themenmonitor KI im deutschen Mittelstand 2025 des bidt.

KI im Unternehmen ohne Programmierung nutzen

Du arbeitest täglich mit Claude und hast dir sogar eine eigene Chrome-Erweiterung damit gebaut, ohne Programmierkenntnisse. Was sollten Unternehmen darüber wissen?

Ich würde immer empfehlen, dass man zuerst alles lokal von der KI erstellen lässt, sagt Calvin Hollywood. Man sollte einfach den eigenen Alltag überprüfen und schauen, was sich immer wiederholt oder wo man gerade nicht weiterkommt. Dann fragt man die KI, ob sie dabei unterstützen kann, und sie entscheidet, ob am Ende eine App, eine Website oder etwas anderes daraus wird.

Daher ist es auch wichtig, der KI viele Informationen zu geben, was das Unternehmen macht, wie es aussieht und was die täglichen Aufgaben sind, so Hollywood. Denn dann kann die KI umso besser das Richtige empfehlen. Wer KI im Unternehmen auf diese Weise einführt, kommt nach seiner Erfahrung deutlich schneller zu brauchbaren Ergebnissen als mit einem klassischen IT-Projekt.

Ein Tool wirklich beherrschen

Dein Rat lautet, lieber ein Tool wirklich zu beherrschen, statt vielen Trends hinterherzulaufen. Wie setzen Unternehmen das konkret um?

Lieber ein Tool wirklich beherrschen, am besten ein Sprachmodell wie Claude oder ChatGPT, erklärt Hollywood. Ich setze eher auf Claude. Lieber das eine Tool beherrschen, weil es der Mitarbeiter ist, der zukünftig die anderen KI-Tools bedient. Dadurch braucht man auch nicht mehr den kompletten Überblick über alle verfügbaren KI-Tools.

Für den Einsatz von KI im Unternehmen bedeutet das laut Hollywood weniger Aufwand als gedacht. Statt eine ganze Toolkette zu erlernen, reicht es, mit einem einzigen Sprachmodell wirklich sicher umzugehen und darüber die weiteren Anwendungen anzustoßen.

Die größten Fehler beim Einstieg

Was sind die drei größten Fehler, die du bei Unternehmen siehst, die gerade mit KI starten?

Viele widmen sich dem Thema nicht intensiv genug, sagt Hollywood. Sie testen nur ein bisschen nebenbei herum und finden nicht wirklich rein. Da sollte man Zeit investieren und sich das auch mal ein paar Tage am Stück ansehen.

Der zweite Punkt ist die Bereitschaft, Geld zu investieren, um dann viel Zeit zurückzubekommen, so Hollywood. Viele KI-Modelle bringen in der günstigsten oder in der Gratisversion nicht viel. Wer unternehmerisch denkt, sollte bereit sein, hier zu investieren.

Der dritte Punkt betrifft die Mitarbeitenden, erklärt Hollywood. Man sollte sie unbedingt mit KI in Berührung bringen. Das habe ich in meinem eigenen Unternehmen auch gemacht. Gerade im Office braucht man keine Mitarbeitenden mehr, die sich nicht mit KI auskennen, die sind schlicht zu teuer. Wir brauchen Mitarbeitende, die sich mit KI auskennen. Genau an diesem Punkt entscheidet sich für Hollywood, wie erfolgreich KI im Unternehmen langfristig wirkt. Ganz ähnlich hatte es bereits ein Experte im Beitrag Anthropic fordert KI-Pause, Experte: Wer jetzt wartet, verschwindet auf innovationimunternehmen.de eingeordnet.

Der Blick auf die kommenden Jahre

Wo siehst du KI-gestützte Content-Produktion in drei Jahren, und was bedeutet das für Unternehmen, die heute noch zögern?

Drei Jahre sind schwer vorherzusagen, es ist schon schwierig zu sagen, wie es in einem Jahr aussieht, räumt Hollywood ein. Aber ich glaube ziemlich sicher daran, dass wir irgendwann nur noch Dirigenten sind. Wir delegieren an die KI, die im Prinzip so gut wie alles übernehmen kann.

Das heißt, wir werden immer mehr zu Entscheidern, so Hollywood. Und wir delegieren nicht mehr nur an Mitarbeitende, sondern auch an KI-Tools. Diese werden dann im Prinzip alles für uns übernehmen. Unternehmen, die den Einstieg in KI im Unternehmen heute noch aufschieben, laufen nach seiner Einschätzung Gefahr, diesen Rückstand in wenigen Jahren kaum noch aufholen zu können.