rayne care Menstruationsdisc: Schweizer Femcare Startup im Interview

Mit der rayne care Menstruationsdisc bringt Gründerin Ramona Schwarz eine Schweizer Innovation im Femcare Bereich auf den Markt. Ramona Schwarz hat über zehn Jahre im Lingerie Design gearbeitet, bevor sie mit rayne care ein eigenes Unternehmen gegründet hat. Im Interview spricht die Gründerin über die zweijährige Entwicklungsphase ihrer Menstruationsdisc, die bewusste Entscheidung für eine Produktion in der Schweiz und darüber, was sie als Unternehmerin am meisten überrascht hat.

Der Weg zur eigenen Gründung

Frau Schwarz, Sie kommen aus dem Lingerie Design. Wie kam es zu dem Schritt, eine eigene Lösung im Femcare Bereich zu entwickeln, und wann war der Moment, in dem Sie wussten, das mache ich jetzt wirklich?

Ramona Schwarz hat sich über zehn Jahre mit Produkten beschäftigt, die Frauen komfortabel durch den Alltag begleiten. Irgendwann stellte sie sich die Frage, warum ausgerechnet bei Periodenprodukten so wenig Innovation stattfindet. Als sie zum ersten Mal eine Menstruationsdisc ausprobierte, war sie überrascht, wie viel angenehmer sich ihre Periode plötzlich anfühlte, erkannte aber zugleich, dass bestehende Produkte noch viel Potenzial haben, gerade beim Einsetzen und Herausnehmen. Der Moment der Gründungsentscheidung kam, als ihr klar wurde, dass dieses Produkt den Alltag vieler Frauen verbessern könnte.

Die rayne care Menstruationsdisc entsteht

Die Entwicklung von rayne care hat zwei Jahre in Anspruch genommen. Was waren die größten Hürden in dieser Phase, und was hat Sie angetrieben, weiterzumachen?

Die größte Herausforderung war für Schwarz, kein bestehendes Produkt zu kopieren, sondern etwas zu entwickeln, das tatsächlich besser funktioniert. Dafür testete das Team unzählige Prototypen und passte Materialien in vielen Details an. Als Startup mussten Produktentwicklung, Finanzierung, Patentanmeldung und Markenaufbau parallel gestemmt werden. Es habe durchaus Momente gegeben, in denen sie kurz davor war aufzugeben. Gespräche mit Frauen, die sich eine angenehmere Periodenlösung wünschten, erinnerten sie jedoch immer wieder daran, warum sie das Projekt verfolgt.

Bewusste Entscheidung für Schweizer Fertigung

Sie haben sich bewusst für eine Produktion in der Schweiz entschieden. Was bedeutet das konkret für Ihre Kostenstruktur, und welche Überzeugung steckt dahinter?

Die Produktion in der Schweiz ist deutlich teurer als eine Fertigung im Ausland. Für Schwarz war das dennoch nie zur Debatte gestanden. Periodenprodukte werden über viele Stunden im Körper getragen, trotzdem müssen Hersteller in vielen Ländern nicht offenlegen, welche Materialien verwendet werden oder unter welchen Bedingungen produziert wird. Sie wollte ein Produkt entwickeln, bei dem genau bekannt ist, was darin steckt, wer es hergestellt hat und unter welchen Standards produziert wurde. Diese Transparenz und Qualität waren ihr wichtiger als möglichst niedrige Produktionskosten.

Patentierte Lösung fürs Herausnehmen

Die patentierte Fingerlasche ist ein zentrales Differenzierungsmerkmal. Wie entsteht so eine Produktinnovation, und welche Rolle spielten Nutzerinnen in der Entwicklung?

Die Idee entstand aus einem einfachen Problem. Viele Frauen berichten, dass das Herausnehmen einer Disc anfangs schwierig sein kann. Das Team entwickelte und testete deshalb unzählige Varianten, wobei die Herausforderung darin bestand, das Entfernen zu vereinfachen, ohne den Tragekomfort zu beeinträchtigen. Während der Entwicklung arbeitete Schwarz eng mit Testnutzerinnen zusammen, deren Feedback sie als unglaublich wertvoll beschreibt. Oft waren es kleine Beobachtungen aus dem Alltag, die am Ende zu großen Verbesserungen führten, aus denen letztlich die patentierte Fingerlasche entstand. Aus diesem Prozess entstand die patentierte Fingerlasche der rayne care Menstruationsdisc.

Neupositionierung eines Tabuthemas

Femcare ist ein Markt, der lange als Tabu galt und sich gerade stark verändert. Wie positionieren Sie rayne care in diesem Umfeld, und wen sehen Sie als Ihre wichtigste Zielgruppe?

Schwarz beobachtet gerade einen echten Wandel. Frauen möchten heute verstehen, was sie verwenden, und erwarten Produkte, die besser zu ihrem Alltag passen. Genau dort positioniert sich rayne care, mit dem Anspruch, Period Care neu zu denken, mit kompromissloser Qualität, wissenschaftlichem Anspruch und einem klaren Fokus auf Komfort, Sicherheit und Design. Die erste Innovation des Unternehmens ist die rayne Disc, die nach eigenen Angaben einzige Swiss Made Menstruationsdisc ihrer Art, entwickelt mit einem eigenen, geschützten Fingerlaschen System. Als Zielgruppe sieht Schwarz Frauen, die sich nicht länger mit dem Status quo zufriedengeben und bewusst auf Qualität setzen.

Mit der rayne care Menstruationsdisc will das Unternehmen genau diesen Anspruch einlösen.

Lektionen aus dem Gründungsalltag

Was hat Sie als Gründerin am meisten überrascht, und was würden Sie heute anders machen?

Schwarz hat überrascht, wie viel Ausdauer Gründen tatsächlich braucht. Man sehe oft nur die Erfolge, dahinter stecken jedoch unzählige Entscheidungen, Rückschläge und Zweifel. Rückblickend würde sie früher Unterstützung holen und weniger versuchen, alles selbst zu machen. Gerade als Gründerin denke man oft, man müsse jede Aufgabe übernehmen. Heute weiß sie, wie wertvoll ein starkes Team und die richtigen Partner sind.

Ausblick auf die nächsten Jahre

Wo sehen Sie rayne care in drei Jahren, und welche nächsten Schritte stehen konkret an?

Das Ziel von rayne care ist es, dass möglichst viele Frauen die Menstruationsdisc überhaupt kennenlernen, da das Produkt noch vielen unbekannt ist. In den nächsten Jahren will das Unternehmen seine Präsenz im deutschsprachigen Raum deutlich ausbauen und in weiteren europäischen und globalen Märkten wachsen. Gleichzeitig wird das Sortiment rund um moderne Period Care weiterentwickelt. Der Anspruch bleibt dabei derselbe, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die Frauen den Alltag durch gutes Design, hohe Qualität und Innovation wirklich erleichtern.

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